Finanziell abgesichert im Pflegefall


Pflegebedürftige

Hier erfahren Sie alles Wichtige zur Pflegefallabsicherung:

  1. Warum Sie eine zusätzliche Pflege-Versicherung brauchen
  2. Welche unterschiedlichen Pflegeversicherungsprodukte es gibt
  3. Warum es sich lohnt, einen Vertrag früh abzuschließen
  4. Worauf ist bei einer Produktauswahl zu achten
  5. Warum Sie sich bei uns beraten lassen sollten

1. Warum Sie eine zusätzliche Pflege-Versicherung brauchen

Jeder Mensch kann ein Pflegefall werden. In jungen Jahren ist das Risiko eher begrenzt. Aber auch hier führen schwere Unfälle oder Krankheiten zu Pflegeaufwendungen, wenn das tägliche Leben nicht mehr ohne Unterstützung allein bewältigt werden kann. In diesen Fällen sind auch pflegende Angehörige auf längere Sicht schnell überfordert, wenn keine zusätzliche Hilfe von Außen kommt. Bei stationärer Unterbringung zu üblichen Standards werden durchschnittlich 18.000 EUR p.a. als privaten Zuzahlungen fällig - zusätzlich zu den Leistungen der Pflegepflichtversicherung. Das überfordert viele Menschen finanziell, da die durchschnittlichen gesetzlichen Altersrenten darunter liegen. Ausgesuchte Pflegeheime in Großstädten, attraktiv gelegen und mit gewissem Wohlfühlfaktor kosten noch deutlich mehr.

 

Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt, niemand ist davor gefeit

Die Situation nach den Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums zu Leistungsempfängern in der gesetzlichen Pflegeversicherung:

  • In 2019 gab es 4 Mio. Menschen in Deutschland, deren Pflegebedürfigkeit auf Antrag anerkannt wurde. Dunkelziffer unbekannt.
  • Rund 5% der deutschen Bevölkerung sind anerkannte Pflegefälle, d.h. jeder 20ste vom Baby bis zum Greis.
  • Die Pflegefälle haben sich in den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt, insbesondere durch die zunehmende Alterung der Gesellschaft
  • Das Pflegefallrisiko steigt erst mit zunehmenden Alter deutlich an. Allerdings gab es in 2019 auch in der Altersgruppe bis 65 Jahre bereits 931.000 Personen mit Pflegeleistung.
Leistungsempfänger in der gesetzlichen Pflegeversicherung

Pflegebedürftige müssen immer höhere Eigenanteile zahlen

Die gesetzliche Pflegeversicherung sichert im Pflegefall bei ambuanter oder stationärer Pflege nur eine Basisversorgung. Darüber hinaus gehende Aufwände müssen Sie aus Ihrer Rente, anderen Einkommensarten oder aus Ihrem vorhandenen Vermögen finanzieren. Gggfs. werden Kinder und Ehegatten herangezogen, wenn die eigenen Mittel nicht ausreichen.

Ihre eigenen Aufwände sind der Eigenanteil (EEE) zu den Pflegeleistungen, die Unterkunft und Verpflegung als Kosten der allgemeinen Lebensführung und der Investitionskostenzuschuss zur Erhaltung der Pflegeinfrastruktur des Pflegeheims.

Der Verband der Ersatzkassen hat die über die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung hinausgehenden, von den Pflegebedürftigen selbstzutragenden Eigenkostenanteile in der stationären Pflege erhoben.

In 2021 sind das im Bundesdurchschnitt 2.068 EUR, was einem Anstieg von fast 17 % in drei Jahren entspricht.

Dabei liegen die selbstzutragenden Pflegekosten im ländlichen Bereich regelmäßig niedriger, dagegen in den großstädtischen Bereichen und Ballungszentren, wie z.B. in und um Hamburg deutlich höher. Den Spitzenwert erreicht Nordrhein-Westfalen mit 2.460 EUR monatlich.

Zu beachten ist, dass dies Durchschnittswerte sind - mehr Komfort und bessere Versorgungen kosten auch mehr.

Eigenleistung bei stationaerer Pflege

Pflege möglichst zu hause - ist aber nicht immer möglich

Jeder Pflegebedürftige möchte natürlich so lang wie möglich in seiner gewohnten Umgebung bleiben, anstatt das bekannte Umfeld zu verlassen und in eine unbekannte Pflegeeinrichtung zu ziehen.

Leider sind die wenigsten Wohnungen bereits pflegegerecht gebaut und ausgestattet:

  • Sind Schränke ohne Trittstufen zugänglich?
  • Sind die Wege eben oder gibt es Türschwellen, die mit einem Rollator nicht überwunden werden können?
  • Gibt es eine bodenebene Dusche?
  • Sind die Türen breit genug, z.B. für Rollstühle?
  • Bietet das Bett pflegegerechte Funktionen?

Bereits ab dem niedrigen Pflegegrad 2 können normale Verrichtungen des Lebens beinträchtigt oder nicht mehr ausgeführt werden:

  • Treppensteigen
  • Einkaufen
  • Eigene Nahrungszubereitung
  • Wohnungsreinigung
  • Körperpflege

Über die Pflegepflichtversicherung werden dann Leistungen der ambulanten Versorgung finanziert. Es bleiben aber Defizite bei der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und die tägliche Unterhaltung mit anderen Menschen. Glücklich, wer in diesen Fällen jüngere Familienangehörige vor Ort hat, die helfen und dies mit der eigenen Berufstätigkeit vereinbaren können. Falls nicht kann mit einer zusätzlichen Pflegeversicherung ein erweiterter Unterstützungsbedarf finanziert werden. Hier entsteht derzeit neben der reinen Pflegedienstversorgung ein neues Berufsbild des Seniorenassistenten. Hier finden Sie zur Website unseres Kooperationspartners

Die Walddörfer Seniorenassistenz.

Sobald sich jedoch ein dauerner Unterstützungsbedarf rund um die Uhr entwickelt, können Familie und ambulante Pflegedienste keine ausreichende Unterstützung leisten und ein Wechsel in die stationäre Pflege ist unausweichlich.

2. Welche Pflegeversicherungsprodukte es gibt

Neben der gesetzlichen oder privaten Pflege-Pflichtversicherung gibt es Pflege-Zusatzversicherungen mit drei unterschiedlichen Lösungsansätzen.

Die Pflege-Rentenversicherung wird von den Lebensversicherern und die Pflege-Kosten- sowie die Pflege-Tagegeldversicherung von den Krankenversicherern angeboten.

Allen Produkten gemeinsam ist, dass die Leistungen nach den fünf gesetzlich definierten Pflegegraden sowie nach häuslicher oder stationäre Pflege abgestuft sind, in der Höhe aber je nach Ihrem individuellem Bedarf und Prämienzahlungsbereitschaft vereinbart werden können.

Die Pflege-rentenversicherung

Die Pflege-Rentenversicherung gib es als Einmalbeitrag oder als Vertrag mit regelmäßiger Beitragszahlung.

Letztendlich wird ein Kapital angespart und im Vertrag verzinslich angelegt, aus dem die vereinbarten Pflegeleistungen bezahlt werden. Sollten Sie nicht oder nur kurze Zeit pflegebedürftig werden, steht das unverbrauchte Kapital bei Vertragskündigung oder im Todesfall zur Vererbung zur Verfügung. Die eingezahlten Beiträge sind also nicht "verloren", wenn Sie sterben bzw. kein Pflegefall werden.

 

Der Nachteil dieser Lösung ist, dass Sie eine sehr hohe Beitragszahlung leisten müssen. Und da die Lebensversicherer das Kapital sehr sicher anlegen müssen, sind diese Produkte auch nicht als rentable Kapitalanlage für den Fall der Fälle zu sehen.

 

Daher empfehlen wir solche Lösung nicht, sondern echte Versicherungslösungen auf Basis einer Risikoklakulation.

 

Die Pflege-kostenversicherung

Die Pflege-Kostenversicherung ersetzt im vertraglich vereinbarten Umfang anfallende Pflegekosten gemäß Nachweis. Dies sind bzüglich der Prämienhöhe die günstigsten Tarife. Aber wollen Sie im Pflegefall regelmäßig Rechenschaft gegenüber dem Versicherer ablegen, wofür Sie wie viel Geld ausgegeben haben und das dies Pflegeaufwand war? Wohl eher nicht.

 

Deshalb empfehlen wir die Pflege-Kostenversicherung nicht sondern die Pflegetagegeldversicherung.

 

Die Pflege-Tagegeldversicherung

Bei der Pflege-Tagegeldversicherungen vereinbaren Sie ein von Versicherer je Tag der Pflegebedürftigkeit zu zahlenden Geldbetrag, abgestuft nach Pflegegrad und Art der Pflege - ambulant zu Hause oder stationär im Pflegeheim.

Diese Pflegetagegeld wird zur freien Verfügung ohne Nachweis der tatsächlichen Pflegekosten gezahlt, sobald die Pflegekasse eine Einstufung in einen Pflegegrad vorgenommen hat. Bei privat Pflegepflichtversicherten erfolgt die Einstufung in einem vergleichbar definierten System.

 

Wir empfehlen diese Produktlösung, da diese für Sie als Versichertem*er sehr einfach im Leistungsfall abzuwickeln ist, sehr transparent  ist und mit überschaubaren Monatsbeiträgen zu finanzieren ist.

 

Eine Variante ist das staatlich geförderte Pflegetagegeld, der sogenannte Pflege-Bahr (benannt nach dem Erfinder, einem ehemaligen Gesundheitsminister). Wenn der Vertrag bestimmte Mindest-Bedingungen erfüllt, bekommen Sie einen staatlichen Beitragszuschuss von 5 € pro Monat. Der Vorteil des Pflege-Bahr - die Krankenversicherer müssen Sie versichern auch wenn Sie bereits ernste Vorerkrankungen hatten.

3. Warum es sich lohnt, eine Pflegeversicherung früh abzuschließen

Eine Beispielberechnung auf Basis eines Allianz-Pflegetagegeldes mit guten Vertragsbedingungen und gutem Peis-Leistungsverhältnis:

  Gewünschtes Tagegeld bei Pflegegrad ...
 
    1 2 3 4 5  
Pflegedienst zu Hause 8 € 12 € 20 € 32 € 40 €  
Stationäre Pflege 8 € 40 € 40 € 40 € 40 €  
Pflegeversicherung je früher umso  günstiger

Das Pflegetagegeld-Paradoxon:
Je früher Sie die Pflegeversicherung abschließen, umso günstiger wird es, obwohl Sie länger abgesichert sind.

 

Wenn Sie bereits mit 30 Jahren das Pflegetagegeld versichern, zahlen Sie für ein Pflegetagegeld von 40 € pro Tag, entspricht 1.200 € pro Monat,  einen Monatsbeitrag von 22,76 €. Daraus ergibt sich bis zum 90. Lebensjahr eine Beitragssumme von 16.387 €.

 

Wenn Sie aber erst mit 50 Jahren eine Versicherung mit denselben Leistungen abschließen, zahlen Sie einen viel höheren Monatsbeitrag von 52,24 € und bis zum 90. Lebensjahr eine Beitragssumme von 25.075 €.

 

Also früher den Vertrag abschließen, heißt besser gesichert und weniger zahlen.

 

Wenn Sie in die stationäre Pflege gehen, zahlt die Versicherung bereits für ein Jahr eine Leistung von 14.400 €!

4. Worauf ist bei einer Produktauswahl zu achten

Das Kleingedruckte, also die Versicherungsbedingungen, entscheiden, ob dass was Sie erwarten, im Pflegefall auch geleistet wird.

Es gibt No-Goes bei einigen speziellen Produkten

1. Stolperfalle: Eingeschränkter Leistungsauslöser Unfälle

Es gibt sehr günstige Tarife, die nur bei unfallbedingter Pflegebedürftigkeit leisten. Diese sind nicht bedarfsgerecht, da in den meisten Fällen Pflegebedarf durch Krankheiten oder altersbedingtem Kräfteverfall hervorgerufen wird.

2. Stolperfalle: Sogenannte risikogerechte Tarifkalkulation ohne Alterungsrückstellung

In die Prämienkalkulation gehen viele Annahmen ein. Wenn diese nicht eintreten, kann der Beitrag auch steigen. Es gibt aber eine Produktkategorie, bei der von vornherein die Beiträge mit zunehmenden Alter steigen: das sind Tarife, die keine alterungsrückstellungen vorsehen. Empfehlenswert sind unseres Erachtens nur Tarife mit Alterungsrückstellung. Dabei fällt in jüngeren Jahren ein etwas höherer Beitrag an als dem aktuellem Pflegerisiko entspricht. In späteren Jahren, wenn das Pflegerisiko höher ist, steht die Alterungsrückstellung als Spardose zur Verfügung und die Beiträge müssen nicht steigen.

Bei Tarifen ohne Alterungsrückstellung können die Monatsbeiträge im hohen Alter so hoch steigen, dass Sie sich diese in der Rentenphase nicht mehr leisten können und den Vertrag kündigen müssen - gerade dann, wenn Sie die Versicherung am dringendsten brauchen.

Die vorstehenden Beispielrechnungen mit dem Allianz-Tarif beinhalten natürlich Alterungsrückstellungen.

 

Fazit: Vorsicht vor den ganz billigen Tarifen

 

weitere Unterschiede in den Versicherungsbedingungen

  • Da die Pflegekosteninflation auch in Zukunft weitergehen könnte, ist eine Dynamik vorteilhaft, mit der Sie das vereinbarte Tagegeld ohne Gesundheitsprüfung erhöhen können. Bei manchen Produkten endet die Dynamik ab einem bestimmten Alter (schecht), bei anderen besteht das Anpassungsrecht weiter selbst wenn Sie bereits Pflegfall sind (optimal als Inflationsschutz).
  • Normaler Weise müssen sie auch im Pflegefall den Monatsbeitrag weiterzahlen. Bei besseren Produkten entfällt die Beitragszahlung, bei manchen erst bei höheren Pflegegraden
  • Wichtigstes Merkmal: der Versicherers verzichtet auf sein ordentliches Kündigungsrecht
  • Es bestehen weitere Bedingungsunterschiede, die für Ihren speziellen Fall relevant sein könnten

5. Warum Sie sich bei uns beraten lassen sollten

Wenn Sie bis hierher die Informationen gelesen haben, werden Sie nun wissen, dass wir ziemlich viel Knowhow zu Pflegeversicherungsprodukten zu bieten haben.

Wir offerieren unseren Kunden eine persönliche, auf die individuelle Situation abgestellte Beratung -  auch deutschlandweit per Videoberatung. Diese Beratung ist für unsere Kunden kostenlos, da die jeweiligen Versicherer die Vergütung für den von uns betreuten Vertragsbestand zahlen.

Wir suchen für Sie die besten Pflegeprodukte aus den Angeboten der folgenden Versicherer:

Allianz, ARAG, AXA, Barmenia, Bayerische Beamtenkrankenkasse/VKB, Concordia, Continentale, SIGNAL IDUNA, DEVK , Die Bayerische , DKV Deutsche Krankenversicherung, Gothaer, Alte Leipziger/Hallesche Krankenversicherung, HanseMerkur, Inter, Janitos, LKH Landeskrankenhilfe, Münchener Verein, Nürnberger, ottonova Krankenversicherung, R + V, Süddeutsche Krankenversicherung, Union, uniVersa, Württembergische.